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Zukunft der Psychotherapie in der GKV

Konzertierte Aktion der Berufsverbände notwendig!

Einige KVen (siehe auch besonders Berlin) machen weiterhin Stimmung in Sachen Nachvergütung, indem sie vorrechnen, welche Verluste die Fachärzte und die fachärztliche Versorgung der Bevölkerung dadurch haben, dass ein Teil unserer Nachvergütung aus dem Facharzt-Topf kommt.

Dazu stellt der VPP NRW fest:

1. Warum muss die Nachvergütung komplett aus dem Facharzt-Topf kommen? Es geht hier auch um Zeiträume, wo es die Aufteilung in Töpfe noch nicht gab, und unser Einkommen mit dem der Hausärzte verglichen wurde.

2. Spätestens ab 2001 war klar, dass nachvergütet werden muss, dass den Psychotherapeuten mehr Geld zusteht.
Statt dass die KVen und die KBV offensiv das Geld bei den Kassen eingefordert und eingeklagt haben, das die Kassen unrechtmäßig bei der Umsetzung des PsychThG zurückgehalten haben, haben die KV-Funktionäre, "unsere Vertreter" in KV und KBV konsequent den Anspruch der Psychotherapeuten weiter bestritten, mit unsäglichen, unsere Arbeit teils herabwürdigenden Argumenten.

3. Statt Rückstellungen zu bilden, haben einige KVen die 20 % (in manchen KVen sogar weit mehr), die den Psychotherapeuten vorenthalten wurden, unter den anderen Arztgruppen verteilt.

Jetzt finanziert die KV Nordrhein die uns zustehende Honorar-Erhöhung, indem sie uns an einer anderen Stelle (Restpunktwert) das Geld für geleistete Arbeit wieder wegnimmt. (Anmerkung BV VPP: Dasselbe plant z.B. die KV Berlin)

Das alles hat massive Auswirkungen auch auf die Zukunft!
Die künftige Größe der Töpfe wird u.a. von der Höhe des Restpunktwertes abhängen, auch dem zurückliegenden.

Wenn der Restpunktwert der vergangenen Quartale nicht angehoben wird, führt das kurz gesagt dazu, dass er auch in Zukunft so niedrig bleiben wird, weil der Topf auf dieser Grundlage berechnet wird.
Wenn nun die KollegInnen sich darauf einstellen und wenig Restpunktwert-Leistungen abrechnen, z.B. nur wenige probatorische Sitzungen oder neue Gesprächsziffern aus dem EBM 2000+, dann wird das dazu führen, dass uns diese Leistungen gestrichen werden.

  • Warum schweigt die Psychotherapeutenkammer NRW angesichts der skandalösen Entwicklung der Arbeitsbedingungen von niedergelassenenen PsychotherapeutInnen?
    (Anmerkung BV VPP: Dies sieht in anderen Kammern z.T.anders aus-z.B. insbesondere in Berlin!s. auch Website der Berliner Kammer)
  • Warum gibt es angesichts dieser brisanten Situation jetzt keinen massiven Aufstand unserer Berufsverbände?
  • Warum ist der VPP der einzige Berufsverband, der sofortige Aktionen und Gegenwehr befürwortet?
  • Warum hat der Fachausschuss Nordrhein es nicht für nötig gehalten, deutlich und klar Forderungen an die KV No zu formulieren und auf sofortigen Bescheid zu bestehen? Der VPP und einzelne andere Verbandsvertreter haben eine Sondersitzung beantragt.
  • Warum hält es die Landeskonferenz der Psychotherapeutenverbände Nordrhein für ausreichend, wenn sie sich einen Monat (Mitte Mai) nach dem Honorarbescheid erstmals mit diesem Thema befasst? (Eventuelle Aktionen müssten dann ja erst diskutiert, geplant usw. werden - dann sind schon Sommerferien!)
  • Warum gibt es keine abgesprochene Strategie der Verbände, wie wir uns jetzt abrechnungsmäßig in Hinblick auf neuen EBM, Restpunktwert und die zukünftigen Regelleistungsvolumina (RLV) verhalten sollen?
    Es hat doch keinen Zweck, wenn jetzt jeder, mehr oder weniger gut informiert, vor sich hinwurstelt, sondern unsere Berufsverbände müssten den KollegInnen Empfehlungen geben, was für unsere Zukunft am sinnvollsten ist, zumindest ganz klar und deutlich die Alternativen aufzeigen.
  • Warum gibt es in Hinblick auf die bevorstehenden morbiditätsgestützten Regelleistungsvolumina (RLV) keine Empfehlungen, wie wir mit Diagnosen auf den Abrechnungsscheinen umgehen sollen?
    (Mit Empfehlungen und Strategien meinen wir: Ganz klare und deutliche Aufrufe aller Berufsverbände an die KollegInnen, Infoveranstaltungen usw. Mitteilungen, die in 10-seitigen Mitgliederrundschreiben versteckt sind, werden nur von einem Bruchteil der KollegInnen gelesen.)

Der VPP im BDP hält eine rasche und konzertierte Gegenwehr der Psychotherapeuten-Verbände für notwendig!
Der VPP im BDP ist jederzeit zu Abstimmungsgesprächen unter den Verbänden bereit.

Über das weitere Vorgehen in NRW hinsichtlich Untätigkeitsklagen wegen der fehlenden Honorarbescheide und wegen möglicher Kundgebungen wird der VPP NRW zeitnah informieren

Gerhild von Müller
(für den VPP Landesfachverband NRW und für die BDP Landesgruppe NRW)

Der VPP Bundesvorstand schließt sich den Inhalten und Zielsetzungen dieser Erklärung des LFV NRW ausdrücklich auch bundesweit an. Wir werden die weitere Entwicklung auch in anderen Ländern beobachten und verweisen auch auf evtl. Mitteilungen der einzelnen Landesfachverbände
Heinrich Bertram

22.5.2005