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Gleichstellungsgrundsatz muss gewahrt werden
BDP fordert angemessene Vergütung für Psychotherapeuten in Ausbildung
Gespräch mit MdB Ursula Sowa (Bündnis 90 / Die Grünen)
Vertreter des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und
Psychologen (BDP) unterstrichen heute in einem Gespräch mit der
Bundestagsabgeordneten Ursula Sowa (B. 90 / Grüne) ihre Forderung nach
angemessener Vergütung für Psychologische Psychotherapeuten in
Ausbildung. An dem Gespräch in Berlin nahmen drei Psychotherapeuten in
Ausbildung, begleitet von Armin Traute, Hauptgeschäftsführer des BDP
und Hans-Werner Stecker, Vorstandsmitglied des Verbands der
Psychologischen Psychotherapeuten im BDP teil. Anlass für das
Gespräch war eine Petition an den Deutschen Bundestag, die im Dezember
vergangenen Jahres von 13 im BDP organisierten Psychotherapeuten in
Ausbildung (PiA) erstunterzeichnet wurde und die mittlerweile von rund
1.500 Betroffenen, Einzelpersonen und Verbänden unterstützt wird. Darin
wird gegen die Ausbeutung der PiA innerhalb der bestehenden
Ausbildungsverhältnisse protestiert.
"Es war gut, dass Sie Alarm geschlagen haben", resümierte MdB Sowa
das Treffen, und zeigte sich von den finanziellen Sorgen der
Psychotherapeuten in Ausbildung betroffen. Weil der Gesetzgeber 1999
die Qualifizierung zum Psychotherapeuten als Ausbildung, aufbauend auf
dem Psychologie-Diplom, geregelt hat, arbeitet heute die Mehrheit
dieser PiA als kaum bis schlecht bezahlte "Azubis". Ursula Sowa
zeigte sich hierüber verwundert und bestätigte, dass der
Gleichstellungsgrundsatz zum Beispiel gegenüber den Ärzten gewahrt sein
müsse.
In dem von beiden Seiten als fruchtbar bezeichneten Gespräch konnten
die BDP-Vertreter die Notwendigkeit einer Novellierung der Ausbildungs-
und Prüfungsverordnung zum PsychThG mit dem Ziel einer besseren
Vergütung der Psychotherapeuten in Ausbildung erfolgreich vermitteln.
Eine solche Novellierung steht angesichts der zukünftigen Bachelor- und
Masterabschlüsse ohnehin an. Ursula Sowa hielt sie prinzipiell für
realisierbar, zeigte sich aber auch für kurzfristig Übergangslösungen,
z.B. im Rahmen der Fallpauschalen, aufgeschlossen, um die sehr prekäre
Situation der PiA zu verbessern.
Für die Umwandlung der früheren Arzt-im-Praktikum-Stellen (AiP) in
Assistenzärzte-Stellen hat die Bundesregierung in diesem Jahr einmalig
300 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Die Verbandsvertreter machten
deutlich, dass eine sofortige volle Vergütung aller rund 2.000
Psychotherapeuten in Ausbildung, die derzeit die praktische Tätigkeit
in Krankenhäusern durchlaufen und dabei in der Regel als vollwertige
Diplom-Psychologen beschäftigt werden, den Staat bzw. die Kassen nur
rund 60 Mio. Euro kosten würde. Aufgrund der derzeitigen
Vergütungssituation von Psychotherapeuten in Ausbildung hat das
Interesse von Psychologen, sich zum Psychotherapeuten ausbilden zu
lassen, spürbar nachgelassen. Derzeit wird nicht einmal die Hälfte des
durch Ausscheiden pensionierter Psychotherapeuten entstehenden Bedarfes
an frisch ausgebildeten Psychotherapeuten gedeckt, so dass sehr bald
mit einem ähnlichen Fachkräftemangel zu rechnen ist wie derzeit bei den
Ärzten.
Wegen der bevorstehenden Neuwahlen machte Sowa deutlich, dass eine
zeitliche Verzögerung in der Bearbeitung von Gesetzentwürfen und
Petitionen eintreten werde. Sie sagte aber zu, sich persönlich um den
Fortgang der Petition zu bemühen.
"Es hat gut getan zu sehen, dass
Ursula Sowa die bestehende Not gesehen hat und etwas tun will",
kommentierte die Initiatorin der Petition, Anna Konstantina Richter,
das Treffen.
Pressemitteilung 12/05 des Berufsverbands
Deutscher Psychologinnen und Psychologen
Christa Schaffmann, Pressesprecherin des BDP
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 209 149 59
Fax: (49) 30 - 209 149 66
e-Mail: presse@bdp-verband.org
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