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Sprechende Medizin kommt zu kurzZehntausende demonstrierten am 24. März, dem Nationalen Protesttag der Ärztinnen und Ärzte, in Berlin. Einmal mehr stellte sich die Frage nach der Beteiligung bzw. Solidarität der Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Eine entsprechende Unterstützung würde aber voraussetzen, dass die Situation dieser Berufsgruppe (die ja rechtlich den Fachärzten gleichgestellt ist) zumindest am Rande mitbedacht oder erwähnt würde. Dies ist in der Regel nicht der Fall, Ärzte sind zu sehr mit der Diskussion innerhalb der eigenen Reihen beschäftigt. Dies zeigte sich auch bei einer Veranstaltung, zu der die Tageszeitung "taz" unlängst eingeladen hatte: "Ärzte auf der Straße – Wackelt die Gesundheitsversorgung oder geht’s bloß ums eigene Geld?" Letzteres schien sich zumindest in den Ausführungen von Dr. Werner Baumgärtner, niedergelassener Arzt und Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg (unabhängiges Netzwerk niedergelassener Ärzte), zu zeigen, der nicht müde wurde, darauf hinzuweisen, dass der Stundensatz für einen Arzt derzeit bei 47 Euro liegt, die Arztminute also mit 77,9 Cent entlohnt würde. Die mittleren Einkünfte der niedergelassenen Ärzte seien "nicht das Problem", befand Professor Karl Lauterbach, Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie Köln, Abgeordneter der SPD im Bundestag, der die sogenannte "Verarmungsthese" ablehnt. "Große Ungerechtigkeit in der Verteilung" Die Spannbreite in der Verteilung, die finanzielle Belastung des investierenden Arztes, die Frage, wieviel die Arbeit eines Mediziners wert ist, die Lobbygruppen innerhalb des Gesundheitssystems, all das waren - zum Teil hinlänglich bekannte - Themen, die auf der Berliner Veranstaltung diskutiert wurden. Konträr zum Selbstbild: "Ärzte hassen die Bürokratie" Wie "frei" lässt es sich im Gesundheitswesen arbeiten? Karin Dlubis-Mertens Die taz-"Ärztedebatte" wird am 26. April um 20 Uhr im taz-Pavillon in der Kochstraße 18, Berlin, fortgesetzt. Ulrike Winkelmann und Karl Lauterbach stehen als Diskutierende zur Verfügung. Wegen begrenzten Platzes bittet die taz Interessenten um Rückmeldung, sollten sie an der Veranstaltung teilnehmen wollen (geno@taz.de). 31.3.2006 |
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