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Gesundheitsbericht Deutschland: Psychische Erkrankungen spielen immer größere
Rolle
15 Prozent der Frauen durchleben depressive Phase
40-70 Prozent aller
Suizide infolge einer Depression
Auch Angsterkrankungen weit verbreitet
Eine der Kernaussagen des vom Robert Koch-Institut (RKI) und vom Statistischen
Bundesamt gemeinsam veröffentlichten Berichts „Gesundheit in Deutschland“ lautet: „Psychische
Erkrankungen sind in der Allgemeinbevölkerung, vor allem bei Frauen, weit
verbreitet und spielen sowohl bei Arbeitsunfähigkeitsfällen wie Frühberentungen
eine immer größere Rolle. Eine zunehmende Bedeutung wird in den nächsten
Jahrzehnten auch Demenzerkrankungen zukommen. Nach derzeitigen Schätzungen
wird sich deren Zahl von heute rund einer Million bis zum Jahr 2050 verdoppeln.“
Innerhalb eines Jahres durchleben nach diesem Bericht 15 Prozent der Frauen
und acht Prozent der Männer eine depressive Phase. Gefürchtete Folge
einer Depression sei der Selbstmord. So versterbe etwa einer von sieben schwer
depressiven Patienten durch Suizid. Insgesamt gingen 40 bis 70 Prozent aller
Selbstmorde auf eine Depression zurück. Nach Angaben des Statistischen
Bundesamtes gab es im Jahr 2004 knapp 11 000 Selbstmorde, von denen 74 Prozent
von Männern begangen wurden. Die tatsächliche Zahl der Suizide, schreibt
das RKI, „dürfte noch erheblich höher liegen, da sich in der
Todesursachenstatistik hinter Verkehrsunfällen, Drogentodesfällen
oder unklaren Todesursachen nicht erkannte Selbstmorde verbergen können.“
Auch Angsterkrankungen sind in Deutschland weit verbreitet. Innerhalb eines
Jahres erfährt jede fünfte Frau und fast jeder zehnte Mann eine Angststörung.
Diese führt oft zu starken Beeinträchtigungen des alltäglichen
Lebens.
Am 18. September hatte das RKI den im Auftrag des Bundesministeriums für
Gesundheit erarbeiteten Gesundheitsbericht für Deutschland vorgestellt,
der auf den aktuellsten verfügbaren Daten beruht und auf 220 Seiten einen Überblick über
die gesundheitliche Situation der Bevölkerung und das Gesundheitswesen
in Deutschland gibt.
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