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Situation der PiA im Bundesgesundheitsministerium erörtert
Unter PsychotherapeutInnen ist die zumeist unhaltbare Situation der psychotherapeutischen
AusbildungsteilnehmerInnen (PiA) in den Psychiatrien gut bekannt. In der Politik
scheint es aber an Verständnis für die Problematik zu mangeln, wie
die Stellungnahme des Petitionsausschusses des Bundestags vom Mai diesen Jahres
zeigt, die anlässlich der Petition von weit über 1.000 PiA zu dieser
Thematik veröffentlicht wurde. Offensichtlich ist es schwer zu vermitteln,
dass von den jungen KollegInnen zwar qualifizierte Arbeit erwartet und verlangt
wird, dass ihnen aber dafür zumeist keine oder fast keine Vergütung
gezahlt wird.
Vor diesem Hintergrund hat die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, MdB
Helga Kühn-Mengel, am 20. Oktober 2006 zu einem ausführlichen Gespräch
mit Beteiligten/Betroffenen im Bundesgesundheitsministerium eingeladen. Anwesend
waren neben den Vertretern des Gesprächskreises der Psychotherapeutenverbände
(GK II; Gisela Borgmann-Schäfer, Hans-Werner Stecker, Heiner Vogel), die
um das Gespräch gebeten hatten, vor allem Vertreter der psychotherapeutischen
AusbildungsteilnehmerInnen (PiA; Mike Mösko, Hamburg, Christa Müller,
München, Konstantina Richter, Frankfurt/M.) und von Ausbildungsinstituten
(Peter Lehndorfer, Planegg b. München; Prof. Thomas Fydrich, Berlin; Dr.
Günther Koch, Berlin).
Eingangs stellte Mike Mösko die Ergebnisse einer empirischen Studie mit
bundesweiten Daten von ca. 400 PiA vor, die vom Institut für Medizinische
Psychologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführt
wurde. Sie kann - ebenso wie eine inzwischen publizierte ähnliche Studie
- belegen, dass die Mehrzahl der PiA während der „praktischen Tätigkeit“ in
der Psychiatrie keinerlei Vergütung erhalten, aber dennoch verantwortungsvolle
psychotherapeutische Tätigkeiten in erheblichem Umfang erbringen. Dies
führt zu teilweise massiven wirtschaftlichen Nöten bei den AusbildungsteilnehmerInnen,
deren Einkommen vielfach unter dem Existenzminimum liegt. Daran anknüpfend
erläuterte Gerd Dielmann (Fachgruppenleiter Gesundheitsberufe Ver.di) die
gesetzlichen Regelungen, die es für andere Gesundheitsberufe oder staatlich
geregelte Berufe gibt, die den Teilnehmern dort eine Vergütung und deren
Refinanzierung sichern. Das gilt in erster Linie für die Berufe, die im
Rahmen ihrer Aus- oder Weiterbildung Leistungen für die Ausbildungseinrichtung
(bzw. hier: die Kliniken) erbringen, die wirtschaftlich verwertbar sind.
In der weiteren Diskussion wurden die zahlreichen Aspekte des Themas, die verschiedenen
Interessen der Beteiligten, die Möglichkeiten von sachgerechten Lösungen
und die Auswirkungen möglicher Veränderungen ausführlich erörtert.
Frau Kühn-Mengel betonte, dass sie auch nachhaltige negative Folgen für
die Versorgung der PatientInnen ebenso wie für die Perspektiven des Berufes
bzw. des Berufsbildes sehe, die sich mit dieser Ausbildungsproblematik verbinden
und dass ihr daher eine Verbesserung der Situation besonders am Herzen liege.
Sie sicherte zu, dass sie das gemeinsame Anliegen im politischen Raum aktiv
kommunizieren werde. Das Gespräch verlief in angenehmer und konstruktiver
Atmosphäre und bei den Beteiligten blieb die Hoffnung zurück, dass
vielleicht wirklich ein kleiner Schritt in die richtige Richtung erreicht sei.
Heiner Vogel, Gisela Borgmann-Schäfer
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