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VPP im BDP zu den Ausbildungsbausteinen
Zu den Ausbildungsbausteinen (Theorie, Selbsterfahrung, Praktische Tätigkeit
- u. a. „Psychiatriejahr“- und Praktische Ausbildung, Supervision, „freie
Spitze“, Prüfungen) hat Robin Siegel als PiA-Vertreter des VPP
im BDP auf der Panelverstaltung am 28.1.2009 folgendes Statement abgegeben:
Wie bereits seit langem bekannt, wird von Psychotherapeuten in Ausbildung
insbesondere die praktische Tätigkeit kritisiert. Insofern nehme ich
als PiA Vertreter im VPP/BDP insbesondere hierauf wie folgt Stellung, bevor
ich anschließend auf die weiteren Teile der Ausbildung eingehe:
Das oberste Ziel ist aus meiner Sicht, dass eine angemessene Finanzierung
während der praktischen Tätigkeit gewährleistet werden muss.
Um diese Vergütung zu rechtfertigen, muss aus meiner Sicht dabei zunächst Zielsetzung
der praktischen Tätigkeit, wie sie derzeit in der Ausbildungs-
und Prüfungsverordnung aufgeführt wird, verändert werden.
Während der pT muss die eigenständige therapeutische Arbeit
unter Anleitung und Supervision im Fokus steht. Eine solche Zielsetzung sollte
dann auch mit Arbeitsverträgen für Diplom- und Masterpsychologen
kompatibel sein, so dass eine Vergütung tariflich geregelt werden könnte.
Das Kennenlernen von Störungsbildern und therapeutischen Behandlungsansätzen
sollte meiner Auffassung nach in ein Praktikum bzw.
einer Famulatur von maximal 4-6 Monaten im Rahmen des Studiums oder
zumindest vor der Ausbildung absolviert werden. Dieses Praktikum könnte
dann gleichzeitig eine Zugangsvorrausetzung für die Therapieausbildung
darstellen.
Mit Beginn der Ausbildung und nach dem 4-6 monatigem Praktikum sollte darüber
hinaus eine Berufserlaubnis für die gesamte
Zeit der Ausbildung erteilt werden – also sowohl für den noch
zu definierenden Zeitraum im stationären oder teilstationären Rahmen
(hier würde ich weiterhin 18 Monate anstreben) als auch für die
therapeutische Arbeit im ambulanten Behandlungssetting, also die derzeitige
praktische Ausbildung. Hervorzuheben ist dabei, dass gerade die Arbeit
im Klinikkontext durch einen approbierten Psychologischen Psychotherapeuten
bzw. Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten supervidiert werden sollte – was
derzeit leider nicht der Fall ist. Einen Teil der praktischen Tätigkeit
(max. 6 Monate) könnte dabei auch in nicht primär psychiatrischen
Einrichtungen unter Anleitung von psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt
werden. Wichtig ist mir hierbei noch hervorzuheben, dass eine ausschließliche
Anleitung von Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie nicht
ausreicht, da diese meist andere Kenntnisse vermitteln, als es für den
Beruf eines PP oder KJP notwendig ist.
Hinsichtlich der Selbsterfahrung spreche ich mich
dafür aus, auch in der verhaltenstherapeutischen Ausbildung ein Mindestmaß an
Einzelselbsterfahrung vorzuschreiben, da diese sowohl für die Persönlichkeitsentwicklung,
die Selbstreflexion, den Umgang mit eigenen emotionalen Themen und die Beziehungsfähigkeit
der angehenden Psychotherapeuten bedeutend ist. Für alle Verfahren wäre
ein Mindestmaß an 40-50 Einzelselbsterfahrungsstunden und 80-100 Gruppenselbsterfahrungsstunden
angemessen
Bei der theoretischen Ausbildung ist für mich
auch weiterhin eine enge Verzahnung zwischen Theorie und praktischen Übungen
wichtig. Darüber hinaus sind aus meiner Sicht Redundanzen mit den Inhalten
eines Psychologiestudiums zu vermeiden. Durch eine eindeutige inhaltliche
Festlegung der Zugangsvoraussetzungen anhand von ECTS-Punkten, könnte
auch gewährleistet werden, dass PiA bereits vor der Ausbildung über
grundlegende Kenntnisse in allen Therapieverfahren verfügen, so dass
unterschiedliche Vorraussetzungen hinsichtlich der einzelnen Therapieverfahren,
aufgrund der starken Dominanz Verhaltenstherapeutischer Verfahren an den
Universitäten, verringert werden könnten. Die praktische
Ausbildung und Supervision ist aus meiner Sicht inhaltlich nicht
zu verändern, da dieser Teil von den PiA meist sehr positiv bewertet
wird. Gerade die enge Verzahnung von Supervision und Ausbildung stellt dabei
ein wesentliches Qualitätsmerkmal dar.
Robin Siegel
PiA-Sprecher des VPP im BDP
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