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Bundesweiter PiA-Protest - Perspektiven
Anfang Dezember streikten und protestierten bundesweit mehr als 1000 PiA für
bessere Bedingungen in ihrer Ausbildung. Damit ist vor allem erreicht, dass PiA
sich vernetzen und sich gegen ihre Ausbeutung organisieren. Diese 'Ausbeutung'
manifestiert sich auf 3 Ebenen:
1. Gratisarbeit oder Unterbezahlung zu schlechten Bedingungen in kinder- und
jugendpsychiatrischen oder erwachsenenpsychiatrischen und -psychosomatischen
Kliniken.
2. Bisweilen Missstände an Ausbildungsinstituten: Intransparenz, undemokratische
Strukturen, hohe Gewinne aus der Arbeit von PiA.
3. Nach der Approbation: kein Zugang zur GKV Versorgung.
Es ist zu hoffen, dass die Proteste der PiA auf allen drei Ebenen Früchte
tragen, noch vor einer Reform des Psychotherapeutengesetzes. Dies wäre relativ
einfach, wenn die Profession sich nur gegen äußere Interessen abgrenzen
müsste. Da aber die PiA bisweilen auch intern zur Produktion von Mehrwert
eingesetzt werden, erscheint dies ein langer Weg zu sein.
Zum aktuellen Protest des Berufsstandes gegen die Ausbeutung an Kliniken:
Das gegenwärtige PsychThG schafft insbesondere durch die Bedingungen
der Praktischen Tätigkeit unhaltbare Zustände für die Ausbildungsteilnehmer.
Der Gesetzgeber hat bei der Formulierung des Gesetzes die finanzielle Seite der
Regelungen nicht berücksichtigt. Das PsychThG ist entsprechend der gegenwärtigen
Diskussion in der Profession zu novellieren.
So lange diese Novellierung nicht erfolgt ist, werden folgende Lösungen
angestrebt:
a. Für die praktische Tätigkeit wird eine angemessene Vergütung
vereinbart.
Die Vergütung orientiert sich einerseits an dem Herkunftsberuf und entspricht
damit den Leistungen, die ein Ausbildungsteilnehmer durch seine Tätigkeit
für die Klinik erbringt und andererseits an dem Anteil an Ausbildung und
Supervision, die ein Ausbildungsteilnehmer durch die Klinik erhält.
b. Die Vergütung der praktischen Tätigkeit sollte bis zur endgültigen
Novellierung des PsychThG in einem TV-Prakt festgeschrieben werden.
Ver.di und die Verbände der Arbeitgeber werden aufgefordert, so schnell
wie möglich entsprechende Verhandlungen zu führen.
Für den VPP
Jean Rossilhol Beisitzer im Bundesvorstand
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