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DAK-Gesundheitsreport: Krankmeldungen erreichen neuen Höchststand seit 15 Jahren

Die DAK-Gesundheit stellte im Februar  in Berlin ihren jährlichen Gesundheitsreport vor. Der Krankenstand der DAK-Versicherten stieg 2011 auf 3,6 Prozent gegenüber 3,4 Prozent im Vorjahr. Er erreicht damit einen Höchstwert seit 15 Jahren. Für den Gesundheitsreport hat die DAK-Gesundheit die Krankschreibungen von 2,4 Millionen erwerbstätigen Versicherten mit Hilfe des ­IGES Instituts aus Berlin ausgewertet.

Immer mehr Arbeitsausfall aufgrund psychischer Krankheiten

Einen hohen Anteil an Zeiten der Arbeitsunfähigkeit haben die psychischen Erkrankungen: Im vergangenen Jahr stieg ihr Anteil von 12,1 auf 13,4 Prozent am Gesamtkrankenstand, wodurch sich der Anteil dieser Krankheitsgruppe am Krankenstand in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt hat. Bei Frauen machten sie 16,3 Prozent der Fehlzeiten aus, bei Männern 11,0 Prozent. Der Anteil am Arbeitsunfähigkeitsvolumen hat sich bei Frauen stärker erhöht als bei Männern (1,5 bzw. 1,0 Prozentpunkte mehr als 2010). Im Durchschnitt waren DAK-Versicherte vergangenes Jahr 13,2 Kalendertage krankgeschrieben. Bei einer psychischen Erkrankung dauerte die Arbeitsunfähigkeit besonders lang: im Schnitt 30 Tage.

"Dieser Trend ist für uns niedergelassene Psychologische Psychotherapeuten in den Praxen weder neu noch verwunderlich, denn das erleben wir täglich anhand der steigenden Nachfrage nach Therapieplätzen, die bei den kassenzugelassenen PsychotherapeutInnen nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.", betonte die Bundesvorsitzende des Verbandes Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (VPP) Eva-Maria Schweitzer-Köhn. "Hier bedarf es dringend einer Abhilfe. Die nächste Chance bietet sich, wenn nach dem Versorgungsstrukturgesetz die Bedarfsplanung ‚nach sachgerechten Kriterien‘ neu entwickelt werden soll.“ Hier gelte es, die Chance nun zu ergreifen, um zu verhindern, dass psychische Erkrankungen unnötig chronifizieren und noch mehr Leid und Kosten produzieren.

Weitere Ergebnisse zum Gesamtkrankenstand aller DAK-Versicherten

Muskel-Skelett-Erkrankungen stehen mit 21,3 Prozent aller Krankheitstage weiterhin an der Spitze der Ursachen für Arbeitsunfähigkeit, gefolgt von den Erkrankungen des Atmungssystems mit einem Anteil von 16,1 Prozent und von Verletzungen mit 13,9 Prozent. Die psychischen Erkrankungen sind mittlerweile mit 13,4 Prozent die viertgrößte Krankheitsgruppe.

Branchenergebnisse

Den höchsten Krankenstand weisen seit Jahren die Öffentliche Verwaltung mit 4,2 Prozent und das Gesundheitswesen mit 4,1 Prozent auf. Glücklich ist, wer in Branchen mit den niedrigsten Krankenständen und möglichst selbstbestimmt arbeitet: Dies waren in 2011 die Bereiche Bildung, Kultur und Medien mit 2,7 Prozent sowie der Bereich Banken und Versicherungen mit 3,0 Prozent. Leicht unterdurchschnittlich vertreten waren  die Rechtsberatung (3,1 Prozent) sowie der Handel mit 3,4 Prozent.

Originalquelle: www.dak.de/content/filesopen/Gesundheitsreport_2012.pdf
Dipl.-Psych. Uschi Grob, VPP-Fachreferentin

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