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Schizophrenie als Aufgabengebiet Psychologischer Psychotherapeuten?

Die Behandlung schizophrener Störungen galt lange nicht als ein Aufgabengebiet von Psychologen. Gemäß den heute gültigen Psychotherapie-Richtlinien ist Psychotherapie als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung bei schizophrenen Störungen nicht indiziert. Die psychotherapeutische Behandlung soll sich im Rahmen der "medizinischen Rehabilitation" allein konzentrieren auf die "Seelische Behinderung als Folge psychotischer Erkrankungen, die einen Ansatz für spezifische psychotherapeutische Interventionen erkennen lassen". Dies entspricht nicht mehr dem heutigen Stand der Psychotherapie-Forschung.

In der Geschichte der Schizophrenie-Behandlung war es eine Errungenschaft, als die Schizophrenen nicht mehr als vom Teufel besessen, sondern im medizinischen Sinne als krank definiert wurden. Nicht mehr Priester, sondern Ärzte nahmen sich ihrer an. Die Zuordnung unter den Begriff der "endogenen Psychosen" ging entsprechend dem medizinischen Denkmodell von der Annahme aus, die Ursache der Erkrankung liege in genetisch bedingten körperlichen Fehlfunktionen. Bis heute gibt es noch keine eindeutigen Belege für diese Annahme. Schizophrenie galt als eine unheilbare, fortschreitende Krankheit (Kraepelin: "Dementia praecox"). Heute zeigte sich dagegen, dass die bisher postulierte fortschreitende "Versandung" durch medikamentöse Therapie und Psychotherapie aufzuhalten und zu bessern ist und das sich das Rückfallrisiko reduzieren lässt. Neueste Überlegungen zielen sogar auf eine frühzeitige Diagnose von Risikopersonen und eine präventive Behandlung.

Der Psychoanalyse kommt in der Vergangenheit das Verdienst zu, auf die Bedeutung seelischer Faktoren für die Entwicklung einer Schizophrenie hingewiesen zu haben. In der aktuellen Diskussion um eine psychotherapeutische Behandlung zeigt sich heute eher eine Abkehr von psychoanalytischen Denkmodellen. Zukunftsweisend erscheint die Kombination einer konsequenten verhaltenstherapeutischen Behandlung, die sowohl Selbsthilfestrategien des Patienten optimiert als auch klassische Prinzipien kognitiv-behavioraler Intervention verwirklicht Berger 1998. Es entsteht die Hoffnung, dass der Begriff "Schizophrenie" eines Tages seinen Schrecken verliert.

Vieles spricht für eine multifaktorielle Hypothese: vielleicht ist eine gewisse Disposition oder Vulnerabilität für die Entwicklung einer schizophrenen Erkrankung genetisch bedingt, die aber erst zusammen mit Faktoren der Umwelt (Stress) und nicht ausreichender Kompetenz zu dessen Bewältigung zu einer Manifestation führt (Vulnerabilitäts-Stress-Kompetenz-Modell).

Die gegenwärtige Praxis in der Behandlung schizophrener Erkrankungen ist heute noch überwiegend geprägt vom medizinischen Denkmodell und beschränkt sich weitgehend auf medikamentöse Therapie. Je mehr Psychotherapeuten Zugang in die Behandlung finden und je mehr die notwendigen Mittel bereitgestellt werden, damit in der Therapieforschung eine entsprechende Wirksamkeit nachgewiesen werden kann, um so mehr werden die psychologischen Aspekte im Verständnis schizophrener Erkrankung Bedeutung gewinnen. Dies entspricht ganz dem Interesse der Betroffenen.

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HWS