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DRG - DMP - RSA Die Kürzel der Reform - eine verkürzte ReformDie gesundheitspolitische Diskussion und damit auch die Gremienarbeit in der Selbstverwaltung werden zunehmend von Kürzeln beherrscht: DRG = Diagnosis Related Groups, einfach übersetzt: Kopfpauschale für jede Patientln, die im Krankenhaus behandelt werden soll. Die Höhe richtet sich nach der stationär zu behandelnden Krankheit Zweck der Bezahlreform: Einsparung durch verkürzte Liegezeiten, besseres Zusammenspiel zwischen stationärer und ambulanter Versorgung DMP = Disease Management Programme, einfach übersetzt: strukturierte Behandlungsleitlinien für chronisch Kranke auf der Grundlage evidenz-basierter Behandlungsschritte. DMPs sollen bereits in diesem Jahr bei zunächst vier Krankheiten "ausprobiert" werden: Diabetes, koronare Herzerkrankungen (Schwerpunkt Hypertonie), obstruktive Atemwegserkrankungen (Schwerpunkt Asthma), Mamma-Karzinom. RSA = Risikostrukturausgleich, einfach übersetzt: die Krankenkassen werden in den Wettbewerb um die "schlechten Risiken" gesetzt. Je mehr chronisch = teure Kranke eine Krankenkasse aufzuweisen hat, umso mehr erhält sie von den Krankenkassen, die weniger chronisch Kranke versichern, als Risikoausgleichszahlung. Nachweis für die Anzahl der RisikopatientInnen wird die Zahl derer sein, die sich als Versicherte in ein DMP (s.o.) "einschreiben". Dass es sich bei all diesen Überlegungen um die Behandlung von kranken Menschen handelt, gerät dabei zunehmend aus dem Blickfeld. so ist es nur verständlich, dass in den Überlegungen, Beratungen und "high-qualified" Programmen die psychische wie soziale Komponente der Erkrankungen aus dem Blickfeld gerät und überhaupt nicht vorkommt. Aber bei allem Verständnis:
Der VPP im BDP steht deshalb gemeinsam mit den Verbänden der AGP (Arbeitsgemeinschaft Psychotherapie) dafür ein, Disease Management Programme aufgrund des ganzheitlichen Krankheitsgeschehens zu erstellen und den Menschen und seine jeweils individuellen Bedürfnisse, Defizite und Ressourcen am Programm teilnehmen zu lassen und nicht die Krankheit X, von der jemand y betroffen ist. Die AGP sieht sich in der Lage, bis Mitte Mai ein entsprechendes Papier zu erstellen, in dem sowohl die vorhandenen Gesundheitsnetze wie auch die Begleitung in Leitlinienprogrammen durch Moderatoren (die auf keinen Fall ÄrztInnen sein können) ausreichend beschrieben und anhand der bereits vorhandenen Untersuchungen (Legewie et al.) in ihrer Wirksamkeit belegt sind. VPP im BDP sieht darin ein angemessenes qualitätsorientiertes psychologisches Vorgehen, das eine ganzheitliche Herangehensweise an die Probleme, Versorgungs- und Behandlungsbedürfnisse chronisch Kranker, ihrer Bezugspersonen wie auch der gesundheitlichen Leistungserbringer erlaubt. Der VPP im BDP reduziert psychologisches Vorgehen nicht auf verhaltenspsychologisches, sondern tritt ein für ein methodenspezifisches, den jeweiligen Bedürfnissen des einzelnen Kranken angepasst. Die alte Linie, psychologisches Vorgehen eigenständig im Medizinsystem zu etablieren, wird vom VPP im BDP energisch weiterverfolgt. Der VPP im BDP widersetzt sich allen Bemühungen, psychologisches Vorgehen einseitig durch ein Verfahren vertreten zu lassen. Der Erhalt der Methodenvielfalt und damit der Erhalt der Fortentwicklung der Psychotherapie ist nach wie vor Ziel. Nur so kann psychologische Psychotherapie den Stellenwert im medizinischen Versorgungssystem einnehmen, der ihr zukommt. Die Reduzierung des Angebotes auf Verhaltensmedizin reduziert in nicht hinnehmbaren Maß die psychologische Psychotherapie, und wieder droht Psychologie zur Heilhilfswissenschaft zu verkommen. Es ist oft verdächtig, wenn Ärzteverbände einem Vorgehen von Psychologenverbänden sehr schnell zustimmen. Dass dies bei den vorn DPTV und der Vereinigung vorgelegten Programmen so ist, ist u.a. ein Hinweis darauf, dass beide Verbände sich im System vereinnehmen lassen mit dem kurzfristigen Ziel, dabei sein zu können - aber kann jedoch nach dem bislang gültigen Zeitplan zu der Errichtung von DMP's nicht mehr erreicht werden. Das weitere Ziel, andere Verbände auszustechen, mit denen man in einer verbändeübergreifenden Arbeitsgemeinschaft zu den DMP's zusammensaß, wird so wohl auch nicht greifen. (Nach dem zweiten Treffen, als die o.g. Gründe diskutiert wurden, konnte man nicht kurzfristig zu einer Einigung kommen. Darauf wurde von den genannten Verbänden die weitere Zusammenarbeit "aus Termingründen' verweigert.) Das vorrangige Ziel ist jedoch, dass die Zertifizierung zur Teilnahme an den Disease Management Programmen für PsychologInnen abhängig gemacht werden soll von der Teilnahme an Aus- oder Weiterbildungskursen verhaltenstherapeutischer Ausbildungsinstitute. Damit wird versucht, Kompetenzen vieler andere- psychologischer Berufsgruppen in die Sandburg' der verhaltenstherapeutischen Psychotherapeuten zu schaufeln. Mit einer Chuzpe, die ihresgleichen sucht, sollen damit PsychologInnen, die diese Qualifikation bereits an den Universitäten erworben haben, noch einmal zur Kasse gebeten werden. Denn das, was in den Schriften beider Verbände den PsychotherapeutInnen vorbehalten sein soll, ist psychologisches und nicht ausschließlich psychotherapeutisches „know how". Der AGP gehören an: Arbeitsgemeinschaft psychotherapeutischer Fachverbände (AGPF), Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG), Gesellschaft für Methodenvielfalt in der Psychologischen Psychotherapie (GMVPP), Neue Deutsche Gesellschaft für Psychologie (NDGPs), Verband psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (VPP im BDP) und Deutsche Gesellschaft für Körperpsychotherapie (DGK). Uschi Gersch |
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