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VPP-Newsletter Dezember 2006
BERUFSPOLITIK AKTUELL I: GESPRÄCHSPSYCHOTHERAPIE
Ablehnender G-BA-Beschluss zur Gesprächspsychotherapie
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 21. November beschlossen, dass
die Gesprächspsychotherapie auch künftig nicht als Leistung der gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) angewandt werden kann. Wirksamkeit und Nutzen der
GPT für die Behandlung der wichtigsten psychischen Erkrankungen seien
- mit Ausnahme der Depression - nicht wissenschaftlich belegt. Die GPT-Verbände
und die BPtK sind der Auffassung, dass der ablehnende Beschluss-Entwurf durch
sachwidrige Bewertung der Bewertungsunterlagen zustande gekommen ist.
Artikel
BERUFSPOLITIK AKTUELL II: STATIONÄRE PSYCHOTHERAPIE
Psychotherapeutische Tätigkeit in psychiatrischen Krankenhäusern
In Kürze wird ein Grundsatzartikel von Hans Werner Stecker veröffentlicht,
in welchem er deutlich macht, dass die stationäre Psychotherapie und Tätigkeit
von Psychotherapeuten in psychiatrischen Krankenhäusern nicht ohne eine
Auseinandersetzung mit der biologischen Psychiatrie und der Sozialpsychiatrie
erfolgen kann. Die Darstellung und Umsetzung psychotherapeutisch orientierter
Behandlungsansätze ist nur innerhalb eines psychotherapeutisch orientierten
Stationskonzeptes unter Einbeziehung und mit Behandlungsführung des multiprofessionellen
Teams möglich.
WEITERE NACHRICHTEN
ver.di-Tagung zur psychotherapeutischen Versorgung
„Stand und Perspektiven der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland“ lautete
das Thema einer ver.di-Fachtagung am 29.November in Berlin. Patienten, die heute
in eine stationäre Reha-Behandlung kommen, seien deutlich kränker
als früher, betonte Prof. Dr. Manfred Zielke, Universität Mannheim.
In der von Prof. Dr. Arno Deister geleiteten psychiatrischen Klinik in Itzehoe
besetzt ein leitender Psychologe/Psychotherapeut eine Oberarztstelle mit entsprechender
Vergütung - dieses Modell sollte laut Deister in die Psychiatrie-Personalverordnung
mit aufgenommen werden. Die Tagung wurde geplant und vorbereitet durch die Fachkommission
der Psychotherapeuten bei Ver.di.
KTL 2007: Psychologische Psychotherapeuten ausdrücklich genannt
Die „Klassifikation therapeutischer Leistungen in der medizinischen Rehabilitation“ (KTL)
ist soeben in vollständig überarbeiteter 5. Auflage (KTL 2007) veröffentlicht
worden. Im Kapitel „Psychotherapie“ ist bemerkenswert, dass Psychologische
Psychotherapeuten (bzw. in der Kinderrehabilitation: Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten)
erstmals ausdrücklich genannt werden und psychotherapeutische Leistungen
nur abgerechnet werden können, wenn diese von Psychologischen Psychotherapeuten
oder Ärzten mit entsprechender psychotherapeutischer Facharzt- oder Zusatzqualifikation
erbracht werden.
9. DPT unterstützt bessere PiA-Vertretung innerhalb der Kammern
Der 9. Deutsche Psychotherapeutentag begrüßt die von der PtK Bayern
mit ihren Satzungsanträgen forcierte Debatte für eine bessere Interessenvertretung
und institutionalisierte Integration der PiA in die Kammerstrukturen auf Landes-
wie auf Bundesebene - so lautet der positiv abgestimmte Beschluss des 9. DPT
vom 18.11.. Der DPT bittet den Länderrat, Modelle der Vertretung für
die Landeskammern vorzuschlagen. Er bittet zugleich die Satzungskommission,
eine institutionalisierte PiA-Vertretung auf Ebene der BPtK zu entwickeln.
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VÄndG: 55-Jahres-Altersgrenze gekippt
Im Kleingedruckten des Vertragsarztrechtsänderungsgesetz hat sich eine überraschende
Wendung ergeben. Mit dem VÄndG soll ab nächstem Jahr überall,
also auch in gesperrten Gebieten, die 55-Jahres-Regelung entfallen. Bislang
war dies nur als Anreiz für unterversorgte Gebiete gedacht. Wenn diese
neue vom Gesundheitsausschuss vorgeschlagene und vom Bundestag übernommene
Regelung so umgesetzt wird - und damit ist zu rechnen - können ab nächstem
Jahr auch ältere Semester eine Kassenpraxis kaufen.
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NEUES AUS DEN LANDESFACHVERBÄNDEN
Hamburg: Kammerwahlen im Februar 2007
In Hamburg finden im Februar 2007 zum zweiten Mal Wahlen zur Psychotherapeutenkammer
statt. Kandidieren wird das Team Psychologische PsychotherapeutInnen BDP/VPP,
das sich unter anderem für eine Verbesserung der Praxisbedingungen und
der Honorierung, für eine Revision der Fortbildungsordnung und für
die besoldungsrechtliche Gleichstellung der angestellten und verbeamteten PPTs
mit vergleichbaren Berufsgruppen wie den Fachärzten einsetzen wird. Niedergelassene
in der Kostenerstattung liegen der Vorsitzenden des VPP-Landesfachverbandes
besonders am Herzen. In Hamburg kandidieren: Christel Kock, Bettina Nock, Sigrid
Mathiszig, Laszlo A. Pota, Michael Cöllen und Dr. Helga Schäfer.
Berlin: Information zu Quartalsklagen
Laut der Berliner Initiative „Klagen statt Jammern“ scheint die
KV-Berlin - wie auch andere KVen - zu der Strategie zu greifen, alle weiteren
Quartale zu bescheiden: „Die ersten Kolleginnen und Kollegen haben bereits
die Bescheidungen für 1/2006 erhalten.“ Wer der Strategie der Initiative
folgen möchte, müsste Klage einlegen. Die notwendigen Unterlagen,
inklusive Klagebegründung, erhalten VPP-Mitglieder in der Bundesgeschäftsstelle.
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Baden-Württemberg: Vereinbarung mit KV
Dem Verband der Vertragspsychotherapeuten Südbaden e.V. (vvps) ist es gelungen,
mit dem Vorstand der KV Baden-Württemberg eine Vereinbarung bezüglich
der zunächst von der KV zurückgewiesenen Widersprüche zu den
Honorarbescheiden 3/04 bis 1/05 zu erzielen. Dieses Übereinkommen ermögliche „einen
Rückzug aus der juristisch komplizierten Lage“, nachdem fast hundert
Einzelklagen beim Sozialgericht Stuttgart eingegangen waren. Die Vereinbarung:
Zurückgeschickte Originalbescheide werden in den vorherigen Stand des Ruhenlassens
der Widersprüche zurückversetzt, die bereits eingereichten Klagen
werden bei Gericht ruhen gelassen (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung
des vvps).
Niedersachsen: Peseschkian begeisterte beim LPT
Prof. Dr. Nossrat Peseschkian begeisterte mit einem Vortrag über die von
ihm begründete Transkulturelle Psychotherapie beim VPP-LandespsychotherapeutInnentag
am 28. Okotober in Hannover. Bei der Mitgliederversammlung des VPP-LFV Niedersachsen
wurde die engagierte Arbeit des Vorstands aufgezeigt. Gleichzeitig sei es schwierig
für die Verbände, auf die Politik der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen
Einfluss zu nehmen. Als Gast referierte die stellvertretende Vorsitzende des
VPP, Eva Schweitzer-Köhn, über das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz
und die Gesundheitsreform.
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INFORMATIONEN ZUR BERUFSPRAXIS
Vertragsarztsitz: Verlegung kann nicht rückwirkend genehmigt werden
Das Bundessozialgericht hat in einer Entscheidung vom 31.05.2006 (Az.: B 6 KA
7/05R) klargestellt, dass die Verlegung des Vertragsarztsitzes durch den Zulassungsausschuss
nicht rückwirkend genehmigt werden kann – selbst dann nicht, wenn
alte und neue Praxis räumlich eng beieinander liegen. Der Kläger
hatte seine Praxis im November 2003 ohne Genehmigung des Zulassungsausschusses
in ein ca. 100 m vom bisherigen Praxisstandort entferntes Haus verlegt. Erst
im März 2004 wurde eine Sitzverlegung beim Zulassungsausschuss beantragt
und zum 30.03.2004 genehmigt. Die Kassenärztliche Vereinigung behielt
aufgrund der ungenehmigten Sitzverlegung das gesamte vertragsärztliche
Honorar für den Zeitraum November 2003 bis März 2004 ein.
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AUSBLICK
Alles Gute für den Jahresendspurt
Für den Endspurt 2006 wünscht der VPP-Bundesvorstand allen VPP-Mitgliedern,
VPP-Aktiven und an unserer Arbeit Interessierten Ausdauer und Kraft für
die Projekte, die noch vor Jahreswechsel zu einem guten Abschluss gebracht werden
sollen. Wir hoffen, dass Sie anschließend die Feiertage für eine
kleine Auszeit nutzen und in Ruhe genießen können.
Nach einem halben Jahr bzw. sechs Ausgaben des VPP-Newsletters würden
wir uns außerdem über Rückmeldungen freuen, inwieweit dieses
Angebot Ihren Informationsbedürfnissen entspricht.
Newsletter-Redaktion: Karin Dlubis-Mertens (Tel. 030 - 206 39 90, E-Mail: info@vpp.org)
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