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LFV Berlin

Alarmierende Zahlen zur psychotherapeutischen Versorgung Berliner Kinder

Knapp 84 Prozent der Praxen von Berliner Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten befinden sich im Westteil der Stadt, nur 16 Prozent im Ostteil - dies berichtete Eva Schweitzer-Köhn, stellvertretende Vorsitzende des VPP im BDP, in ihrer Funktion als Vorsitzende des KV-Fachausschusses für Psychotherapie auf der KV-Vertreterversammlung in Berlin im Mai. „Der Anteil der in psychotherapeutischer Behandlung befindlichen Kinder und Jugendlichen beträgt lediglich 0,5 Prozent, obwohl eine RKI-Untersuchung von einem Behandlungsbedarf von bis zu 10 Prozent ausgeht.“ hieß es laut KV-Blatt 07/2008 auf der Sitzung.

Im zuständigen Fachaussschuss wurden nach Darstellung des KV-Blattes „erstmals die Versorgungsdaten verschiedener Bereiche zusammengespielt und ausgewertet, darunter Daten des Zulassungsausschusses, anonymisierte KV-Abrechnungsdaten, Qualitätsberichte der KV Berlin sowie aus der BELLA-Studie des RKI.“

Allerdings, so Schweitzer-Köhn, könnten die Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten ihr Angebot kaum ausweiten, da aufgrund der schulischen Verpflichtungen der Kinder und Jugendlichen die Behandlungen im Wesentlichen nur an Nachmittagen stattfinden können. Der Fachausschuss möchte nach Auskunft seiner Vorsitzenden gemeinsam mit dem KV-Vorstand nach Möglichkeiten suchen, diese Notsituation zu verbessern. Im Auge behalten müsse man auch den psychotherapeutischen Nachwuchs in Anbetracht der Tatsache, dass „fast 70 Prozent aller Behandler(innen) im Bereich der Psychotherapie, die Kinder und Jugendliche in Berlin therapeutisch behandeln, (…) über 50 Jahre alt“ seien, wie im KV-Blatt berichtet wurde.

14.12.2008