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LFV Hessen

Kammerwahl Hessen im Zeichen des "Kleeblatts"

VPP-Ziele: Methodenintegration und Politik für Angestellte

Im Mai findet in Hessen die Wahl zur Delegiertenversammlung der Psychotherapeutenkammer statt. In der ablaufenden Wahlperiode hat der VPP mit Marlis Lübber-Hagmann, Hans Bauer und Dr. Rainer Doubrawa drei Mandate. Hans Bauer ist Vizepräsident der Kammer, Marlies Lübber Vorsitzende des Ausschusses "Beschwerde und Schlichtung" und Rainer Doubrawa arbeitet maßgeblich im Ausschuss "Psychotherapie in Institutionen" mit. Der VPP arbeitet in Hessen eng mit den Verbänden bkj, DPTV und QdM in der Konstellation "Kleeblatt" zusammen.

Gegenüber der letzten Kammerwahl haben sich innerhalb des BDP in Hessen einige Veränderungen ergeben. Da die personelle Besetzung des Vorstandes der BDP-Landesgruppe fast identisch ist mit der des VPP-Landesfachverbandes, bot es sich an, für die Wahl gemeinsam zu kandidieren. Auf den vorderen Plätzen der gemeinsamen Wahlliste werden erneut Hans Bauer, Marlis Lübber-Hagmann und Rainer Doubrawa kandidieren, ferner Ruth Hübner-Gerling, Peter Fiesel und Klaus Kraemer.

Hans Bauer steht wieder für das Vizepräsidentenamt zur Verfügung
Es wurden bereits Vereinbarungen zur weiteren Zusammenarbeit in der Konstellation "Kleeblatt" getroffen. Die mögliche Beteiligung des DPTV ist - vor dem Hintergrund der jüngst erfolgten Fusion von Vereinigung und DPTV - zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht vollständig geklärt. Auch mit den analytischen Verbänden wäre eine Fortsetzung der Kooperation vorstellbar. Jürgen Hardt hat seine Bereitschaft signalisiert, auch für die nächste Wahlperiode für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. Ebenfalls steht Hans Bauer wieder für das Amt des Vizepräsidenten zur Verfügung.

Über die Arbeit der ersten vier Jahre nach Gründung der Kammer wurde in einem gemeinsamen Schreiben der Kleeblattverbände berichtet (für Interessenten bei der Landesgeschäftsstelle des VPP Hessen anzufordern). Es galt die Geschäftsstelle aufzubauen, die notwendigen Ordnungen zu erstellen und zu verabschieden und die Kammer parallel dazu in die bestehenden Strukturen im Gesundheitswesen einzubinden. Die Repräsentanz der Kammer obliegt nach dem hessischen Heilberufsgesetz dem Präsidenten und Vizepräsidenten. Das heißt, hier war - neben Jürgen Hardt - vor allem Hans Bauer involviert. Einen Höhepunkt in der Außendarstellung bildeten die von der Kammer durchgeführten Psychotherapeutentage.

Offene Fortbildungsordnung und Zusammenhalt des Bereichs Psychotherapie
Bezüglich der zu erstellenden Ordnungen hat sich der VPP - zusammen mit den kooperierenden Verbänden - immer für liberale Regelungen und für das Ziel der Methodenvielfalt eingesetzt. In Hessen konnte eine sehr offene Fortbildungsordnung für alle Verfahren, die wissenschaftlich respektiert sind, erreicht werden. Nicht, wie dies in manchen andern Kammern der Fall ist, nur für Verfahren, die vom wissenschaftlichen Beirat anerkannt sind, bzw. sogar nur für Fortbildungen in Richtlinienverfahren.

In diese Wahlperiode fiel auch die Gründung der Bundespsychotherapeutenkammer. Hier haben Hans Bauer und Jürgen Hardt die Kammer Hessen in dem vorbereitenden Gremium vertreten. Nach Gründung erhielt Hessen neun Delegiertenmandate für die Delegiertenversammlung der Bundeskammer. Für den VPP nahm wiederum Hans Bauer dieses Mandat wahr. Die Anerkennung, die er sich auf dieser Ebene erarbeitete, schlug sich dann in seiner Wahl zum Vizepräsidenten im letzten Herbst nieder.

Die Bundesgesetzgebung nimmt besonderen Einfluss auf die Berufstätigkeit von Psychotherapeuten, zum Beispiel im Rahmen der zu erwartenden Novellierung der Psychotherapierichtlinien. In der Diskussion ist, die Psychotherapie in einzelne Anwendungsgebiete aufzuteilen. Psychotherapieverfahren bekämen dann eine sozialrechtliche Anerkennung nur für bestimmte Indikationsbereiche. Dies ist aus Sicht der VPP-/BDP-Kandidaten absurd. Entsprechend bleibt es wichtiges Ziel, den Zusammenhalt des Bereiches Psychotherapie zu erhalten.

Weiterhin Schwerpunkt: Politik für angestellte Psychotherapeuten
Über sieben Jahre nach Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes gibt es noch viel zu tun, um dessen Intentionen auch im institutionellen Bereich umzusetzen und die neuen Heilberufe angemessen zu positionieren. Dr. Rainer Doubrawa hat sich mit seinen Kollegen im Ausschuss "Psychotherapie in Institutionen" an entsprechenden "Brennpunkten" betätigt:
-Berücksichtigung der neuen Heilberufe in der hessischen Landesgesetzgebung,
-Abgrenzung psychologischer und psychotherapeutischer Aufgabengebiete in Rehakliniken, Krankenhäusern und Beratungsstellen,
-Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung,
-tarifliche Eingruppierung, auch im neuen TVöD,
-Bemühen um Gleichstellung mit den psychotherapeutisch tätigen Fachärzten, z.B. Übernahme von Leitungsfunktionen durch PPT und KJP,
-Erhalt von Psychotherapeutenstellen und Sicherstellung des Qualifikationsniveaus,
-Verbesserung der Situation von Psychotherapeuten in Ausbildung.

Außerdem liegen erste Ergebnisse einer vom Ausschuss initiierten Umfrage bei angestellten und beamteten Kammermitgliedern vor, aus denen sich wichtige Anhaltspunkte für die weitere Arbeit des Ausschusses und für die Angestelltenpolitik der Kammer ergeben. Das Engagement für den Angestelltenbereich sollte in der nächsten Wahlperiode einen besonderen Schwerpunkt der Kammerarbeit bilden.

Durchschnittlicher Kammerbeitrag 2006: Knapp 350 Euro
Zu dem Gerücht besonders hoher Beiträge in der Psychotherapeutenkammer Hessen: Der rechnerische Durchschnittsbeitrag für 2006 beträgt 348,73 € und liegt damit in etwa im durchschnittlichen Bereich. Diese Zahl ist errechnet aus den erwarteten Beitrags-Gesamteinnahmen, geteilt durch die Anzahl der Mitglieder. Interessierte können die Aufwandsentschädigungs- und die Beitragsordnung sowie die Beitragstabelle im Mitgliederbereich der Kammer-Webseite einsehen.

Zumindest eine andere Wahlliste wirbt damit, dass sie im Fall eines Erfolges den Kammerbeitrag dadurch senken könnte, dass sich die Kammer auf ihre "Kernaufgaben" beschränken würde. In der bisherigen Arbeit sind die Kollegen dieser Liste allerdings nicht durch besondere Sparsamkeit aufgefallen. Weder im Vorstand noch in der Delegiertenversammlung haben sie Vorhaben der Kammer unter Hinweis auf die Finanzierbarkeit in Frage gestellt.

Wir hoffen, in den letzten vier Jahren die Erwartungen der Kolleginnen und Kollegen erfüllt zu haben und noch einmal mit unseren Mandaten betraut zu werden.

Hans Bauer
Dr. Rainer Doubrawa