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LFV Nordrhein-Westfalen

Sittenwidrige Honorare in NRW für 1. Quartal 2003

Aufruf zum Protest

Die KollegInnen in Nordrhein trauten ihren Augen nicht, als am 28. Juli die Abrechnungsunterlagen eintrudelten: die probatorischen Sitzungen sind der AOK danach sage und schreibe 6 Euro 59 wert, den IKKs nur unwesentlich mehr.

Wer rechnen kann – und das müssen wir alle – stellt fest: das deckt noch nicht einmal die Praxiskosten!

VPP in NRW meint, das können und dürfen wir uns nicht bieten lassen. Das ist eine glatte Absage , psychisch Kranke angemessen zu versorgen!

Der Vorsitzende der AOK Rheinland zeigte sich – so berichtet die KV No – völlig ablehnend, auch nur einen Euro mehr als bisher in den Psychotherapietopf zu füllen. Und das heißt im Klartext, dass wir PsychotherapeutInnen der AOK noch Geld zahlen müssen, wenn wir für deren Versicherte probatorische Sitzungen, Diagnostik und Berichte abrechnen. Dass überhaupt noch etwas ausgezahlt wird, hat mit vielen Umschichtungen innerhalb der Töpfe zu tun.

VPP in NRW meint, diese Diskriminierung psychisch Kranker und ihrer BehandlerInnen ist sittenwidrig. Versicherte der AOK sollen künftig ihre psychischen Leiden nur noch pharmazeutisch behandeln lassen – das ist nach Meinung der AOK Rheinland offenbar sinnvoller und effektiver.

Das ist ein Paradigmenwechsel in der Gesundheitspolitik, der nicht unwidersprochen bleiben darf: Psychisch Kranke sollen ruhiggestellt, nicht behandelt werden. Menschen im Pharma-Dämmer protestieren nicht, wollen nicht arbeiten, stören nicht, müssen zwar etwas mehr gepflegt werden, immer mehr Medikamente einnehmen – aber das ist alles billiger und inhumaner!

Wir schlagen Ihnen deshalb vor, dass sie die Musterbriefe

  • Brief an die AOK – BehandlerIn
  • Brief an die IKK – BehandlerIn
  • Brief an die AOK – PatientIn
  • Brief an die IKK - PatientIn

von den Seiten des Landesfachverbandes NRW herunterladen, ggf. verändern, mit Ihrer Adresse versehen, unterschreiben und an die jeweilige Krankenkasse versenden. Die PatientInnenbriefe können Sie in Ihrer Praxis auslegen oder vielleicht an Ihre AOK-PatientInnen verteilen.

Selbstverständlich macht es noch mehr Eindruck, wenn Sie selbst einen Brief formulieren – viele verschiedene Fassungen drücken unser Entsetzen und unseren Protest wahrscheinlich noch viel besser aus!

21.8.2003