Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e. V.

Newsletter April 2018

BERUFSPOLITISCHES

Vorbereitung auf neue Datenschutzregelungen ab dem 25. Mai 2018
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat in einer Praxisinformation Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den ab dem 25. Mai 2018 geltenden Datenschutzregelungen veröffentlicht. Mit dieser Broschüre können Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten erkennen, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen, um den Informations- und Nachweispflichten nach der EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) gerecht zu werden.
Zur Broschüre: www.kbv.de
Weitere Informationen: www.kbv.de

BPtK-Studie „Wartezeiten 2018“
Psychisch kranke Menschen warten immer noch viel zu lange auf eine psychotherapeutische Behandlung: Von der ersten Anfrage beim Psychotherapeuten bis zum Beginn der Behandlung vergehen rund 20 Wochen. Das ist das Ergebnis der Studie „Wartezeiten 2018“, die die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) ein Jahr nach der Reform der Psychotherapie-Richtlinie veröffentlicht hat.
Lesen Sie mehr: www.bptk.de

Petition gegen Telematik in der Psychotherapie
Unter dem Titel „Keine gläsernen Patienten – keine Telematik in der Psychotherapie“ wendet sich eine Petition gegen Telematik in der Psychotherapie.
Zur Petition: secure.avaaz.org

Psychotherapie-Richtlinie: Aktualisierte FAQ
Die aktualisierten FAQ zur Psychotherapie-Richtlinie finden interessierte Mitglieder auf der VPP-Website: vpp.org/mitglieder/faq/pt-richtlinie.html

Neue Broschüre: Hinweise zur Verordnung
Ob Soziotherapie, Reha oder Krankenbeförderung: Um Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in puncto Verordnung zu unterstützen, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung eine neue Broschüre herausgegeben.
Zur Broschüre: www.kbv.de

EBM für das zweite Quartal online
Die Online-Ausgabe des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes wurde aktualisiert und steht ab sofort im Internet bereit. Berücksichtigt wurden alle Neuerungen, die seit 1. April gelten. Als neue Leistung wurde unter anderem die Verordnung von Soziotherapie und Reha durch Vertragspsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten abgebildet.
Lesen Sie mehr: www.kbv.de

Gegen die Ablehnung der Humanistischen Psychotherapie durch den WBP
Die Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie (AGHPT) wendet sich mit einer Unterschriftenaktion gegen die Ablehnung der Humanistischen Psychotherapie durch den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP). Die Teilnahme an der Aktion ist unter dem folgenden Link möglich: www.aghpt.de

Ermächtigungsregelung zur Behandlung von Geflüchteten
Um Geflüchteten mit psychischen Störungen helfen zu können, braucht es mehr Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in diesem Bereich tätig werden wollen – und die diese Therapien abrechnen können. Dies ist auch für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung möglich: mit der „Regelung zur Ermächtigung zur Behandlung von Geflüchteten“. Die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF) hat zwei Videos erstellt, die gesundheitsrechtliche Bestimmungen erläutern und praktische Hilfen bei der Antragsstellung sowie weiterführende Tipps geben.
Lesen Sie mehr: www.baff-zentren.org

S3-Leitlinie „Dyskalkulie“: Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung
Die neue S3-Leitlinie „Dyskalkulie“ gibt erstmals evidenzbasierte fächerübergreifende Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung sowie zu den Hilfen, mit denen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Rechenstörung geholfen werden kann.
Zur Leitlinie: www.awmf.org

Alkohol: Obergrenze für risikoarmen Konsum neu definiert
Ein regelmäßiger Konsum von mehr als 100 Gramm Alkohol pro Woche verkürzt das Leben erheblich, wie eine Studie in der Fachzeitschrift „Lancet“ belegt. In der Untersuchung verglichen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Trinkgewohnheiten von rund 600.000 Menschen aus 19 Ländern weltweit. Die Grenze, oberhalb derer die Gesamtsterblichkeit deutlich anstieg, lag bei 100 Gramm Reinalkohol pro Woche. Das entspricht in etwa zwei Litern Bier oder knapp einer Flasche Wein. Mit steigendem Alkoholkonsum stieg auch das Sterblichkeitsrisiko.
Lesen Sie mehr: www.thelancet.com

Screening auf Depression: Vorläufige Ergebnisse
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht derzeit, ob es für Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Screenings Vor- oder Nachteile haben könnte, wenn beispielsweise Hausärztinnen und Hausärzte regelhaft einen Test anbieten, der Hinweise auf eine Depression geben kann. Ein Vorteil könnte darin bestehen, dass die Diagnose frühzeitig gestellt und eine Therapie begonnen werden kann. Die vorläufigen Ergebnisse liegen nun vor. Demnach bleiben Nutzen und Schaden einer solchen Reihenuntersuchung unklar. Das Institut sieht deshalb keine Grundlage für die Einführung des Screenings. Bis zum 4. Mai 2018 können Interessierte Stellungnahmen zu diesem Vorbericht abgeben.
Zum Vorbericht: www.iqwig.de

32. Deutscher Psychotherapeutentag (DPT)
Am 20. und 21. April 2018 fand in Bremen der 32. Deutsche Psychotherapeutentag (DPT) statt. Seine Resolutionen befassen sich unter anderem mit der Korrektur der Psychotherapierichtlinie im Bereich der Kinder- und Jungendlichen-Psychotherapie sowie mit Datenschutz und Datensicherheit, insbesondere mit Blick auf Internetprogramme und Apps. Der DPT forderte zudem, dass Krankenhäuser nicht sicherheitspolitisch missbraucht werden dürfen (wie es das geplante bayerische Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz vorsieht). Eine weitere Resolution wendet sich gegen den angedachten Modellstudiengang zur Verordnungsbefugnis von Psychopharmaka. Zudem fordert eine Resolution, dass die vier Grundorientierungen der Psychotherapie im Studium gelehrt werden, und dass die Finanzierung der Weiterbildung gewährleistet wird. Andere Beschlüsse wenden sich gegen fremdenfeindliches und rassistisches Gedankengut bzw. fordern eine Verbesserung der Situation von Kindern psychisch kranker Eltern, einen leichteren Zugang zur Rehabilitation und mehr Behandlungskapazitäten im Bereich der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung.

Hilfe für Teenager mit psychischen Problemen
Die Erkenntnis, dass sich die Persönlichkeit im Lauf des Lebens verändert, kann helfen, Depressivität und Ängste von Jugendlichen zu lindern. Zu diesem Schluss kamen Psychologinnen und Psychologen der Harvard Universität. Die Hälfte der von ihnen untersuchten Zwölf- bis 15-Jährigen absolvierte eine einzelne, etwa halbstündige Therapiesitzung am Computer. Dabei ging es vor allem darum, dass die Persönlichkeit wandelbar und das Gehirns formbar ist. Neun Monate später hatten sich Depressivität und Ängste stärker als in der Kontrollgruppe gebessert.
Lesen Sie mehr: onlinelibrary.wiley.com

Lebhafte Vorstellungen gehen mit schlimmeren Zwängen einher
Werden Zwangsgedanken von entsprechenden Sinneswahrnehmungen begleitet, etwa dem Gefühl, den vermeintlichen Schmutz auf der Haut zu „spüren“, fällt die Kontrolle des Zwangs schwerer. Dies fanden Psychologinnen und Psychologen der Universität Hamburg in einer kleinen Pilotstudie heraus. Drei Viertel der von ihnen befragten Patientinnen und Patienten gaben an, regelmäßig solche Sinneseindrücke zu haben. Je eindrücklicher diese Wahrnehmungen waren, desto stärker ausgeprägt war auch die Symptomatik der Störung insgesamt.
Lesen Sie mehr: onlinelibrary.wiley.com

Anzeichen einer Psychose zeigen sich in den Hirnwindungen
Die Entstehung von Psychosen bei Risikopatientinnen und -patienten lässt sich mittels bildgebender Verfahren bereits in einem frühen Stadium im Gehirn erkennen. Das berichten Forscherinnen und Forscher der Universität Basel und der kanadischen Western University. Im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe waren bei den Ersterkrankten und Risikopatientinnen und -patienten mit einer späteren Psychose-Transition die Windungen der einzelnen Hirnregionen weniger gut miteinander integriert und stärker isoliert. Zudem ergaben die Analysen, dass sich anhand dieses Verfahrens mit über 80 Prozent Sicherheit voraussagen ließ, welche der Risikopatienten später an einer Psychose erkrankten und welche nicht.
Lesen Sie mehr: www.amanetwork.com

Männermangel in der Psychologie
Anlässlich des Boys' & Girls' Day am 26. April 2018 wies der BDP auf die sinkenden Zahlen an männlichen Berufsträgern in der Psychologie hin und forderte ein gesellschaftliches Umdenken.
Lesen Sie mehr: www.bdp-verband.de

AUS DEN REGIONEN

Bayern
Neuer Vorstand
Auf der Mitgliederversammlung am 17. März 2018 in München wurde mit Susanne Berwanger (Vorsitzende), Walter Kunisch und Dietmar Leciejewski ein neues Vorstandsteam gewählt.
Lesen Sie mehr: vpp.org/verband/lfv/bayern/2018/180430_vorstand.html

Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz in der Kritik
Der Entwurf für ein Bayerisches Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz, den die Staatsregierung vorgelegt hat, steht derzeit in der Kritik. Auf breite Ablehnung stößt vor allem, dass psychisch kranke Menschen in erster Linie als potenzielle Straftäterinnen und Straftäter angesehen werden und nicht als Patientinnen und Patienten: In einer geplanten Unterbringungsdatei sollen für mindestens fünf Jahre von allen auf Anordnung eines Gerichts in die Psychiatrie eingewiesenen Menschen Daten gespeichert werden, darunter Name, Familienstand, Krankheitsbezeichnung und Dauer der Unterbringung. Dies soll auch zur Verfolgung von Straftaten genutzt werden können.
Zum Gesetzesentwurf: www.stmgp.bayern.de

Mitteldeutschland
Ein Jahr Richtlinienreform…

... und was bedeutet das für unsere Praxis? Zu diesem Thema trafen sich am 27. April 2018 von 16 bis 19 Uhr interessierte Mitglieder aus der Landesgruppe Mitteldeutschland an der Universität in Leipzig. Helga Füßmann, Vorsitzende des VPP, gab einen spannenden Inputvortrag, der trotz der bekannten Richtlinie noch neue Erkenntnisse für die Teilnehmenden enthielt. Anschließend wurde die Zeit zur Diskussion und zum gemeinsamen Austausch untereinander genutzt. Dabei gaben die Teilnehmenden sich nicht nur gegenseitig Tipps, sondern formulierten auch klare Aufträge und Erwartungen an die Berufspolitik.

Nordrhein-Westfalen
Kolloquium: Aktuelle Entwicklungen in der Vertragspsychotherapie
Am 29. Juni 2018 lädt der VPP zusammen mit der BDP-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen nach Gelsenkirchen ein, um über die aktuellen Entwicklungen in Sachen neue Psychotherapie-Richtlinien, Datenschutz und Telematik-Infrastruktur zu informieren und sich über diese Themen auszutauschen. Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen, sowohl am Kolloquium als auch an einer Führung durch das Schalke-Stadion teilzunehmen. Um eine frühzeitige Anmeldung zur besseren Planung wird gebeten.
Weitere Informationen: vpp.org/verband/lfv/nrw/18/180430_kolloquium.pdf

Neue Spezialambulanz für Altersdepressionen in Köln
Eine Spezialambulanz für Altersdepressionen hat die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Köln eingerichtet. Sie verbindet die Diagnostik der Erkrankung und verschiedene Therapiemöglichkeiten mit der Möglichkeit, an wissenschaftlichen Studien zur Erforschung von Grundlagen und Therapieoptionen teilzunehmen.
Weitere Informationen: neurologie-psychiatrie.uk-koeln.de

TERMINE

MBT bei Borderline-Persönlichkeitsstörung
Am 4. und 5. Mai 2018 bietet die Berliner Akademie für Psychotherapie (BAP) einen Workshop bzw. Vortrag zum Thema „Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) bei Borderline-Persönlichkeitsstörung“ an.
Weitere Informationen: www.bap-berlin.de

Delegiertenkonferenz des BDP
Am 5. und 6. Mai 2018 lädt der BDP seine Delegierten nach Nürnberg zur Frühjahrs-Delegiertenkonferenz.
Weitere Informationen: www.bdp-verband.de

4th International Conference on Depression, Anxiety, Stress Management
Am 10. und 11. Mai 2018 findet in Frankfurt am Main die 4th International Conference on Depression, Anxiety, Stress Management statt.
Weitere Informationen: stressmanagement.global-summit.com

Psychodynamische Tage
„Identität und Wandel“ ist das Thema der Psychodynamischen Tage vom 21. bis 25. Mai 2018 auf Langeoog.
Weitere Informationen: www.pdt-langeoog.de

Sexualtherapeutische Basiskompetenzen
Das Curriculum „Sexualtherapeutische Basiskompetenzen“ vermittelt ein grundlegendes störungsübergreifendes Vorgehen und geht auf spezifische Interventionstechniken für die einzelnen sexuellen Funktionsstörungen von Mann und Frau ein. Im Rahmen von drei Modulen werden insbesondere diagnostische Kompetenzen zum Erkennen sexueller Probleme, Vermittlungs- und Überweisungskompetenz sowie eine sichere Gesprächsführung bei sexuellen Problemen praxisnah vermittelt. Start ist der 25. Mai 2018.
Weitere Informationen: www.psychologenakademie.de

Pathogene Selbstwertkonzepte
Am 25. und 26. Mai 2018 bietet die Berliner Akademie für Psychotherapie (BAP) einen Workshop bzw. Vortrag zum Thema „Pathogene Selbstwertkonzepte“ an.
Weitere Informationen: www.bap-berlin.de

Kongress der Akademie Heiligenfeld
Vom 7. bis 10. Juni 2018 lädt die Akademie Heiligenfeld nach Bad Kissingen zu ihrem Kongress. Thema in diesem Jahr: KAIROS – Den Wandel gestalten.
Weitere Informationen: www.kongress-heiligenfeld.de

Verursacherbezogene Prävention sexueller Traumatisierung von Kindern
Am 8. und 9. Juni 2018 bietet die Berliner Akademie für Psychotherapie (BAP) einen Workshop bzw. Vortrag zum Thema „Verursacherbezogene Prävention sexueller Traumatisierung von Kindern“ an.
Weitere Informationen: www.bap-berlin.de

Präventionskongress 2018
Auch dieses Jahr erhalten VPP-Mitglieder vergünstigte Karten für den 4. Präventionskongress „Gesund leben und arbeiten“, der vom 20. bis 22. Juni 2018 in Filderstadt bei Stuttgart stattfindet. Interessierte Mitglieder klicken bei der Online-Anmeldung das Feld „Abonnenten/Kooperationspartner“ an, dann wird der Preis automatisch um 20 Prozent ermäßigt.
Weitere Informationen: www.praeventionskongress-2018.de

Berliner Fortbildungswoche Psychotherapie 2018: Emotionen und Psychotherapie
Vom 27. August bis 1. September 2018 findet die 6. Berliner Fortbildungswoche Psychotherapie statt und setzt einen Schwerpunkt auf das Thema „Emotionen“ in der Psychotherapie mit Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Insgesamt 23 Seminare und drei Vorträge (die bei einer Seminarbuchung kostenlos sind) bieten eine hochinteressante Themenvielfalt, aus der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein individuelles Fortbildungspaket schnüren können.
Weitere Informationen: www.psychologenakademie.de