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PPT wichtige Ansprechpartner bei Depressionen

VPP nimmt Stellung zur ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger"

Das Thema „Rätsel Depression – heimliche Volkskrankheit?“ stand im Mittelpunkt der am 30. Januar ausgestrahlten Fernsehsendung „Menschen bei Maischberger“ (Das Erste, 22.45 Uhr), bei der Ärzte und Betroffene unter Moderation von Sandra Maischberger über das Krankheitsbild diskutierten. Angemessen wäre aus Sicht des VPP gewesen, zu dieser Runde auch einen Psychologischen Psychotherapeuten einzuladen, deshalb hat sich der Verband direkt nach Ausstrahlung des Magazins in einem Brief an die ARD-Redaktion gewandt. Darin heißt es:

Wir freuen uns, dass Sie am 30.1.2007 das wichtige Thema Depressionen in Ihrer Sendung „Menschen bei Maischberger“ aufgegriffen haben.

Aktuelle Studien zeigen einen stetigen Anstieg psychischer Erkrankungen. Einzelne Krankheitsbilder fallen durch besondere Zuwachsraten auf, weit verbreitet sind in Deutschland insbesondere Depressionen und Angsterkrankungen. Schätzungen gehen davon aus, dass derzeit vier Millionen Menschen in Deutschland an einer Depression leiden.

Innerhalb eines Jahres durchleben nach dem „Gesundheitsbericht Deutschland“ des Robert Koch-Instituts 15 Prozent der Frauen und acht Prozent der Männer eine depressive Phase. Gefürchtete Folge einer Depression ist der Selbstmord. So verstirbt nach diesem Bericht etwa einer von sieben schwer depressiven Patienten durch Suizid. Insgesamt gehen 40 bis 70 Prozent aller Selbstmorde auf eine Depression zurück.

Gleichzeitig jedoch werden Depressionen häufig nicht als solche erkannt. Oft erst nach Jahren und diversen Arztbesuchen wird die Diagnose Depression gestellt. Als Verband Psychologischer Psychotherapeuten (VPP) erscheint es uns wichtig, die breite Öffentlichkeit nicht nur auf Schwierigkeiten in der Diagnostik hinzuweisen, sondern auch deutlich zu machen, wie dringend notwendig eine qualitativ hochwertige und flächendeckende psychotherapeutische Versorgung von depressiven Patienten erscheint.

Anlässlich der immer wieder aufflackernden Diskussion um den Einsatz von Antidepressiva in der Behandlung akuter Depressionen möchten wir nachdrücklich darauf aufmerksam machen, dass die Verordnung von antidepressiven Arzneien in ein umfassendes psychotherapeutisches Konzept eingebunden sein sollte. Dazu finden Sie hier eine aktuelle Stellungnahme.

In der Ankündigung Ihrer Sendung haben wir den Hinweis vermisst, dass ein Großteil der Depressionsbehandlung in der Verantwortung von Psychologischen Psychotherapeuten stattfindet und nicht allein in psychiatrisch geführten Praxen und/oder Kliniken. Wir würden es begrüßen, wenn Sie Zuschauer entsprechend informieren könnten. Angemessen wäre aus unserer Sicht gewesen, wenn auch ein Psychologischer Psychotherapeut als Experte zu der Sendung eingeladen gewesen wäre. So aber war verschiedentlich von Gesprächs- oder Verhaltenstherapie die Rede, ohne dass Inhalte und Wirkfaktoren erläutert worden wären.

Hilfreiche Hinweise für Betroffene und Angehörige sind außerdem beim „Berliner Bündnis gegen Depression“ zu finden.

Im Namen des Bundesvorstands des VPP verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Karin Dlubis-Mertens, Dipl.-Psych.
Öffentlichkeitsarbeit des VPP im BDP e.V.

1.2.2007

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