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LFV Berlin

Keine freien Therapieplätze in Berlin

Die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der KV Berlin teilte der Berliner Psychotherapeutenkammer am 28.8.2012 auf Anfrage mit, dass die Hotline zur Abfrage nach freien Therapieplätzen (Tel. 31003-248) eingestellt wurde. Als Grund wurde angegeben, dass seitens der niedergelassenen Psychologischen und Ärztlichen Psychotherapeuten zu wenig freie Therapieplätze genannt werden konnten. Aus Sicht der Psychotherapeutenkammer zeigt das die Schwierigkeit für Patienten, zeitnah einen Therapieplatz zu finden. Der VPP bedauert die Entscheidung, die Hotline einzustellen. "Die sogenannte Überversorgung in Berlin ist in Wirklichkeit eine Farce", kommentiert Eva Schweitzer-Köhn, Bundesvorsitzende des VPP. Notfalls bleibt den Therapiesuchenden nur, sich einen Freien Psychotherapeuten zu suchen, der eine Behandlung im Kostenerstattungsverfahren nach § 13,3 SGB anbietet. Die Krankenkassen sind verpflichtet, die Kosten für eine notwendige psychotherapeutische Behandlung dem Patienten zu erstatten, wenn dieser nicht in angemessener Zeit und Entfernung einen Therapieplatz bei einem Vertragsbehandler findet.
Leider zeigen die Erfahrungen der Mitglieder des VPP Berlin und der TeilnehmerInnen am Arbeitskreis Freie PsychotherapeutInnen in Berlin, dass vor allem die großen Kassen in Berlin die Kostenerstattungs-Therapien quasi verweigern. PatientInnen dieser Kassen werden mit teils absurd anmutenden Nachweisen von bis zu 50 Absagen konfrontiert. Eine weitere unlautere Praxis ist, dass diese Kassen Therapeuten mit angeblich freien Plätzen nennen. Wenn die Patienten dann tatsächlich dort nachfragen und so schon auf ihre Freiheit bei der Arzt-Wahl verzichten, müssen sie häufig genug feststellen, dass es sich nur um einen Bluff der Kasse handelt und die angegebenen Therapeuten auch keine freien Plätze haben.
Die Krankenkassen halten die Zahl der Psychotherapeutischen Vertragsarztsitze künstlich niedrig um Geld zu sparen. Allerdings ist dies sehr kurz gedacht, denn die Folgeschäden bei nicht durchgeführten Psychotherapien durch Klinikaufenthalte, Chronifizierung und Arbeitsausfall sind erheblich höher.
Es stehen genug ausgebildete PsychotherapeutInnen zur Verfügung, um den ansteigenden Bedarf an Psychotherapie abzudecken. Der § 13,3 SGB bietet die gesetzliche Grundlage für die Versorgung der Patienten. Der VPP Berlin wird das Thema mangelnder Versorgung bei den demnächst in Berlin anstehenden Kammerwahlen und in der folgenden Legislatur der Kammerarbeit mitbedenken.

Jean Rossilhol
Vorsitzender des Landesfachverbandes des VPP in Berlin und Brandenburg

30.8.2012

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